Nach Recht und Daten kommt ZNAP

Der Rechtsstaat im Koma: kritisch analysierte Michael Brunner die derzeitige rechtliche Situation im Staat. Aus seiner Sicht sind die Zustände nicht haltbar.

Ein Grund sieht er im Einfluss der Politik auf die Justiz, deren Entpolitisierung sei lange überfällig. Bei der anschließenden Diskussion mit Hans G. Zeger von Arge Daten und Gernot Klopcic, seit 2014 Richter in Wien, wurden Aspekte genannt, wie dies gelingen kann. Brunner erinnerte an die Macht des Souveräns. Dieser müsse sich seiner Stärke bewusst werden. Dazu gehört auch die Weigerung, Unrecht mitzutragen.

„Wir können alleine nicht das System bekämpfen“, sagt Klopcic, „aber wir können unsere eigene Sicht auf das System verändern und konsequent in unserem Bereich durch ehrliches Handeln und Authentizität Veränderung bewirken“. Er verritt unter anderem die Position, dass eine Entpolitisierung die Justiz nicht unabhängiger macht, sondern die persönliche Haltung und die Standfestigkeit jedes einzelnen Richters. „Das einstehen für die eigenen Ideale und Werte auch gegen den Sturm der Zeit, die es jetzt braucht.“

Hans G. Zeger brachte noch eine andere Perspektive in die Diskussion, die von Hannes Hofbauer moderiert wurde, ein: die Zukunft der Informationsgesellschaft. Der künftige Umgang mit Daten, sei es durch den Staat, Unternehmen, aber auch im privaten Bereich sei die zentrale und entscheidende Frage.

Während gigantische Konzerne, die mehr Kapitalmacht auf sich vereinen als Nationen, mehr und mehr Daten kontrollieren würde, sei Europa in der Entwicklung hinterher. „Wir befinden uns in einem globalen Konflikt, in dem drei Modelle konkurrieren“, sagte Zeger. Das europäische Modell basiere auf den Grund- und Freiheitsrechten und der Meinungsfreiheit. Das zweite Modell, das in den USA wirkt, sei das Recht, nach Glück zu streben. Und dann gebe es noch ein drittes Modell, und das sei relativ neu und in China zu beobachte. Er nutzt den englischen Begriff Nudging, der „Anstupsen“ bedeutet, um die Wirkung zu erklären. Es geht um die Bewertung eines Verhaltens und deren Steuerung durch Belohnung oder Belohnungsentzug. Dadurch wäre es möglich, alles und praktisch jeden zu kontrollieren, was sich natürlich auch auf das Recht auswirkt.



Nach den zahlreichen Vorträgen und Diskussionen am ersten Tag der Zukunftskonferenz, die reichlich Stoff für weitere Überlegungen lieferten, wird es nun Zeit, sich bei exzellenter Musik zu entspannen. Die Bühne gehört ab 20 Uhr dem Trio ZNAP. Gregor Aufmesser, Lukas Aichinger und Leohard Skorupa sehen das pluralistische Feld des „Modern Jazz“ zwar als Grundlage ihres Schaffens an, es ist ihnen aber ein besonderes Anliegen, einen erfrischenden und stilistisch uneingeschränkten Bandsound zu kreieren.

Morgen geht es dann in Wien mit Tag 2 der Zukunftskonferenz weiter. Ab 9 Uhr ist Einlass im LORELY-Saal. Um 10.15 Uhr geht es um Realitäten und Perspektiven. Der Philosoph und Kulturhistoriker Endre Kiss spricht über die heutige Globalisierung und die Zukunft.

Livestream

Auf vielfachen Wunsch haben wir einen Livestream eingerichtet, sodass jeder die Zukunftskonferenz verfolgen kann, auch wenn er oder sie nicht in Wien ist.

Der Livestream ist auf der Webseite https://api.veezee.tv/live/senderfmpaytv/ zu finden. Um den Livestream sehen zu können, ist ein Token (Schlüssel-Code) notwendig. Auf der Shopseite (https://shop.sender.fm) können Tagespässe für den Livestream der Zukunftskonferenz erworben werden.

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Wer in Wien live dabei sein will, kann an allen drei Tagen auch Tickets für die Zukunftskonferenz DIREKT an der Tageskasse erwerben oder im Ticketshop.

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Projekt & Partner

Die Zukunftskonferenz ist ein Gemeinschaftsprojekt von Idealism Prevails, Sender.fm, Neue Debatte, Intando gem. UG, dem Verein für kulturelle Information, Respekt.plus, dem Kulturverein Limmitationes sowie dem Künstlerinnenkollektiv Free Forms of Arts in Kooperation mit Aktionsradius Wien.